Wir testen SoLaWi #Feldversuch

Wer mich schon ein bisschen kennt oder meinen Blog durchgestöbert hat, weiß dass ich mich viel mit Essen beschäftige. Früher war das dadurch bedingt, dass ich viele Probleme mit Nahrungsmitteln hatte (Ich erspare es euch, meine Allergien und Unverträglichkeit usw nochmal auszubreiten). Später hat sich das ganze immer weiter in Richtung bewusst einkaufen und essen verschoben. Kürbisse aus Ismaning Ich versuche (!) Plastik zu reduzieren, vorverarbeitete Produkte zu minimieren (hauptsächlich wegen den Zusatzstoffen, aber Gründe gibt es wie Sand am Meer) und Bio/lokal und saisonal zu kaufen.

Diese Vorsätze einzuhalten geht leider nicht immer so gut. Der Mensch ist ein stinkfaules Gewohnheitstier und manchmal ist ein schneller, abgepackter Salat einfach genau das Richtige für die Mittagspause. Meine Arbeitszeiten und Dienstreisen erleichtern es leider auch nicht gerade beim Wochenmarkt Gemüse aus der Region einzukaufen und daher wird es halt doch immer der Supermarkt um die Ecke. Da kommt dann immer öfter das Dilemma auf, dass man sich zwischen lokal gewachsen und Bio entscheiden muss. Die liebe B. erzählt gerne vom “Bio” Knoblauch aus China versus Knoblauch aus Bayern. Was kaufe ich da? Für mich ist in diesem Fall klar das regional angebaute Gemüse weit vorne, aber die Entscheidung ist nicht immer so leicht.

Eine weitere Sache, mit der ich auch aufgewachsen bin, ist saisonal zu kaufen. Im Winter brauche ich nunmal einfach keine Erdbeeren – schmecken sowieso nur nach Wasser. Aber was ist mit anderen Sachen, die ich in meiner Alltagsküche verwende. Salat und Tomaten zum Beispiel? Nicht mehr ganz so einfach.

M. und ich diskutieren viel und oft darüber was an unserer Ernährung oder unserem Einkaufsverhalten nicht gut ist. Ich bin diejenigen die versucht frisches (lokales, saisonales, …) Gemüse und Obst nach Hause zu bringen, M. denkt globaler und ist viel darauf bedacht Palmöl usw. (wenn du das liest, gib mir mal noch ein paar Beispiele bitte) aus unserem Einkauf zu streichen. Auch wenn es nicht immer leicht ist, glaube ich, dass wir immer besser werden in dem was wir tun. DSC_0591-1-2Wir haben für uns entschlossen, im Kleinen anzufangen und immer wieder einzelne Dinge in unserem Alltag zu ändern. Das macht uns oft Spaß, weil es einen Projektcharakter hat und weil es eine Kleinigkeit ist, lässt es sich leicht einhalten. Sobald das dann zur Gewohnheit geworden ist, packen wir eine neue Sache an. Das klappt für uns sehr gut und macht auch noch Spaß.

Nachdem ich mich also in den letzten Monaten viel damit auseinander gesetzt habe, ob jetzt nun bio oder lokal und Verpackung reduzieren usw. bin ich irgendwann ein kleines bisschen verzweifelt. Ganz ehrlich, warum muss denn bitte die Bio-Gurke in Plastik eingeschweißt sein? Vor ein paar Wochen hatte ich dann aber dank eines Food-Blogs, den ich sehr gern lese, eine Idee. Andrea von Dishing Up the Dirt blogt wunderbare Rezepte und erzählt dabei von ihren Erlebnissen als Farmer mit CSA. Moment, was bitte ist CSA?

DSC_0251-1DSC_0214-1-3Community supported agrigulture, oder auf deutsch Solidarische Landwirtschaft bedeutet ganz banal gesagt, dass ich dem Bauern meines Vertrauens vor der Saison oder monatlich Geld gebe, welches er/sie dann in seinen Hof und Saatgut steckt. Im Gegenzug bekomme ich einen Teil der Ernte. Das gibt dem Landwirt Planungssicherheit und mir, dem Abnehmer, lokal angebautes, saisonales Biogemüse. Klingt gigantisch! Allerdings beinhaltet das Konzept ein kleines finanzielles Risiko. Abgesehen davon, dass 65 – 80 € pro Monat nicht ganz günstig sind und je nach Ernteertrag auch mal weniger Gemüse in den wöchentlich gelieferten Kisten sein kann, tritt man auch meistens in einen Verein oder eine Genossenschaft ein und leiht damit der Gemeinschaft (bis zum Austritt) einmalig 100 – 200 €. Zudem sind die Mitglieder dazu angehalten ab und zu beim Ernten, Kisten packen, Einkochen usw. auszuhelfen. Aber ganz ehrlich, das ist für mich ein echtes Plus. Mit Gleichgesinnten den Tag verbringen und dabei Tips und Erfahrungen austauschen klingt verlockend!

Nach kurzer Recherche habe ich hier gefunden, welche Höfe es im Umkreis von München gibt. Das Kartoffelkombinat ist mir da sofort ins Auge gesprungen. Ich hatte davon schon mal gehört und der Kontakt per Email war sehr freundlich und hilfreich! Innerhalb weniger Stunden haben M. und ich uns entschieden, eine 6 wöchige Testphase mitzumachen. Das Angebot ist toll, weil man sich noch nicht fest an die SoLaWi binden muss, aber schon mal schauen kann, ob man mit den Mengen an Gemüse zurecht kommt und ob einem das Konzept im Allgemeinen zusagt. Los ging es schon in KW 38, also letzte Woche. Und was wir im Testzeitraum erleben und kochen könnt ihr ganz bald hier im Blog nachlesen!Enjoy

 

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